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Zukunftsfähige Gesellschaft

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Ausstellung in der Jenaer Stadtkirche 2005

„Es sollte kein Armer unter euch sein – Entwicklungen in Deutschland“

Im Sinne einer neoliberalen Angebotspolitik erfolgt in Deutschland seit etwa Anfang der 70er Jahre die Einkommensverteilung zunehmend zu Lasten der Lohneinkommen von Arbeitnehmern zugunsten von Einkommen aus Vermögen und Kapitalbesitz. Anhand statistischer Daten ist belegbar, dass die öffentliche Steuerpolitik zu einer erheblichen Ungleichheit der Verteilung beigetragen und dabei die Handlungsspielräume der öffentlichen Hand massiv eingeschränkt hat.
Der deutsche Staat befindet sich nicht in einer Ausgabenkrise, sondern in einer selbst verschuldeten Einnahmekrise.

In allen Industrienationen ist etwa seit Ende der 70er Jahre, trotz ständiger Technisierung und Entlastung der Arbeit, eine zunehmende Ausbeutung der Arbeitenden und Ausgrenzung von immer mehr Menschen aus dem Arbeitsprozess zu beobachten. Die gegenwärtigen ökonomischen Bedingungen führen dazu, dass immer weniger Arbeitsplätze in den produktiven Bereichen benötigt werden. Andererseits fehlt für viele Aufgaben im sozialen und kulturellen Bereich das Geld. Trotzdem wird Arbeit als wesentliche Grundlage für Einkommen postuliert. Der erarbeitete gesellschaftliche Reichtum führt nicht zu einer Verbesserung des sozialen Gemeinwohls, sondern verschärft die Kluft zwischen arm und reich. Durch das Diktat des Kapitals, ständig wachsen zu wollen, wird ein immer größerer Druck auf die Arbeitenden ausgeübt. Die Folge dieser expansiven Wachstumspolitik sind massive gesellschaftliche Fehlentwicklungen durch Zunahme von Krankheiten unterschiedlichster Art bei den Menschen und ökologischer Schäden unseres Lebensraumes. Der Kern der Krise liegt insbesondere in einem verkehrten Menschenbild begründet, die den Menschen entweder als Wirtschaftsfaktor (Humankapital) oder Konsumenten betrachtet. Der Einzelne findet damit oft nicht mehr zu sich selbst. Menschliche Gaben und Fähigkeiten zur Liebe, zum Teilen, zur Solidarität usw. werden nur unzureichend gesellschaftlich anerkannt und gefördert.
Die Wirtschaftskrise unserer Zeit entpuppt sich damit als eine tiefgreifende Wertekrise.

Dass es auch andere Möglichkeiten zum gegenwärtigen neoliberalen Credo gibt, verdeutlichen die Ansichten Ernst Abbe's, die er vor über 100 Jahren äußerte und in die Tat umsetzte und die von Verantwortungsbewusstsein und Weitsicht zeugen.

Um einen Ausweg aus der Krise zu finden, bedarf es einer Einsicht in die systemimmanenten Fehlentwicklungen und die Bereitschaft und den Mut, neue Wege zu gehen. Diese Broschüre soll den Diskussionsprozess im Hinblick auf eine zukunftsfähige Weiterentwicklung der Gesellschaft anregen. Nehmen Sie sich Zeit und seien Sie offen für Gedankenanregungen.

Begleitheft zur
Ausstellung (pdf)
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