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Zukunftsfähige Gesellschaft

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Ausstellung in der Jenaer Stadtkirche 2003

„Segen und Fluch des Geldes – Denkanstöße“

Der Januskopf unseres heutigen Geldsystems

Das Geld wurde als Äquivalent für vergegenständlichte, gespeicherte Arbeit als universelles Tauschmittel eingeführt, das sich durch leichte Handhabbarkeit, unbegrenzte Lagerfähigkeit und hohe Wertbeständigkeit auszeichnete.

Zunächst völlig unbemerkt zeigte sich, dass der große Vorteil des Geldes letztendlich verhängnisvolle Auswirkungen hat: Waren müssen, sobald sie hergestellt wurden, auch angeboten werden, da sie altern, verderben oder Lagerkosten verursachen. Das gleiche trifft für jede Art von Dienstleistungen zu. Für das Geld aber nicht. Es verleiht demjenigen, der Geld besitzt, die zeitlich unbeschränkte Möglichkeit, es dann einzusetzen, wenn es ihm die meisten Vorteile verspricht.ß Damit ist das Geld nicht mehr nur Tauschmittel, sondern gleichzeitig Spekulationsobjekt. Geld, welches gegen Zinsen verliehen wird, erbringt nach einiger Zeit mehr Geld.

Es kommt dadurch im Laufe der Zeit zu einem Überangebot an Geld, da die Leistungsentwicklung der übrigen Gesellschaft damit nicht Schritt halten kann. Mit einer Abwertung des Geldes (Inflation) wird ein Ausgleich angestrebt, der aber das eigentliche Problem nicht löst. Das angehäufte Kapital ist ständig auf der Suche nach Anlagemöglichkeiten, z.B. in möglichst kapitalintensive und damit hochverzinsliche Produktionsmittel. Die menschliche Arbeitskraft wird dadurch zunehmend aus dem Wirtschaftskreislauf herausgedrängt mit der bekannten Folge der Massenarbeitslosigkeit. Das Überangebot an Kapital ist auch die eigentliche Ursache dafür, warum wir angeblich ein ständiges Wirtschaftswachstum brauchen. Dieses Wirtschaftswachstum ist mit einem maßlosen Verbrauch an Ressourcen und einer ständig wachsenden Überstrapazierung des ökologischen Gleichgewichtes verbunden.

Insbesondere aufgrund des exponentiellen Wachstums des Zinseszinses nimmt die Verschuldung von Bund, Ländern und Gemeinden unaufhörlich zu und erreicht im Laufe der Zeit gigantische, nicht mehr aufzuhaltende Ausmaße, auch als Schuldenspirale bekannt. Unser Geld hat wie ein Januskopf zwei Gesichter. Während die Funktion des Geldes als Tauschmittel sehr sinnvoll und für eine hochentwickelte Gesellschaft unentbehrlich ist, bewirkt seine Nutzung als Spekulationsobjekt viel Unheilvolles.

Jeder der sich über seine Sparerträge oder andere Gewinne mit Geld freut, sollte sich darüber im Klaren sein, dass dieses Geld an anderer Stelle erwirtschaftet werden muss oder aber zu einem ständigen Wertverlust des Tauschmittels Geld beiträgt. Geld kann sich nicht aus sich selbst vermehren, auch wenn Finanzdienstleistungsunternehmen dies gerne glauben machen möchten. Letztendlich bezahlen wir diese Kapitaldienste bei allen Warenkäufen und Dienstleistungen mit. Diese übersteigen die Zinseinnahmen durch Ersparnisse auf der anderen Seite um ein Mehrfaches.

Diese Broschüre möchte Ihnen einige Denkanstöße hinsichtlich des uns alle auf vielfältige Weise berührenden Geldes vermitteln. Nehmen Sie sich Zeit und machen Sie sich mit diesem Thema vertraut.

Begleitheft zur
Ausstellung (pdf)
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